Argumente gegen einen McDonald’s mit Drive-In in Windisch

Hier sind verschiedene Argumente aufgeführt, welche gegen den Bau eines McDonald’s mit Drive-In in Windisch eingangs von Wohn- und Schulquartieren sprechen. Die Frage, ob ein McDonald’s Restaurant mit Drive-In ins Quartier passt, wird von uns klar verneint.

Verkehr

Für die Zone WA3, in die das McDonald’s Restaurant mit Drive-In zu stehen käme, steht in der Bau- und Nutzungsordnung von Windisch unter Art. 17 Abs. 2: «Zulässig sind Wohn- und Verkaufsnutzungen, mässig störende Nutzungen wie Bildung, Dienstleistung, Gewerbe, Wohnen, Kultur/Freizeit, Erholung, Verkauf und Gastronomie. …». Ein McDonald’s mit Drive-In ist jedoch aus mehreren Gründen mehr als mässig störend: Ein Drive-In verursacht massiv mehr Verkehr im Wohngebiet. Dieser Mehrverkehr würde auch zu Rückstau bis über den Kreisel auf die Hauserstrasse führen. Auf der Hauptstrasse kommt es bereits heute immer wieder zu Stau, wodurch auch der Kreisel verstopft wird. Um die Staus zu minimieren, wurde mit viel Steuergeldern eine Umfahrung gebaut und ein Tropfsystem mittels Ampeln eingeführt. Durch den Rückstau vom McDonald’s her - die Ausfahrt ist rund 15m (!) vom Kreisel entfernt - werden die bisherigen Bemühungen zunichte gemacht. Ein Ausweichen von Kunden via die Kestenbergstrasse und die Chapfstrasse ist dann nur eine Frage der Zeit, um den Stau zu umfahren, was wiederum zu mehr Verkehr in den Quartieren führt.

Ein anschauliches Beispiel für Mehrverkehr aus der Region ist der Burger King in Lupfig – nur dass es sich dort um ein Industriegebiet handelt. Obwohl der Einfahrtsweg länger ist als in Windisch, stehen die Fahrzeuge zu Spitzenzeiten bis zur Kreuzung.

Sicherheit

Der Mehrverkehr und der Rückstau gefährden auch unsere Kinder sowie Erwachsene. Im nahen Umkreis vom geplanten McDonald’s mit Drive-In befinden sich drei Schulhäuser für Primar- und Sekundarschüler, ein Kindergarten, Turnhallen und Sportplätze. Der Schulweg vieler Schüler und Schülerinnen führt direkt am Drive-In vorbei. Windisch ist eine Zentrumsgemeinde, d.h. viele Kinder kommen aus umliegenden Gemeinden mit Bus und Velo zur Schule und müssten die Einfahrt des Drive-In queren. Auch Kinder von den anderen Schulhäusern oder Kinder, welche in der Freizeit einen Sportverein besuchen, müssen an der Einfahrt des Drive-In vorbei. Deshalb ist es fahrlässig, gerade an so einem Ort für mehr Verkehr zu sorgen!

Gesundheit

Ein McDonald’s in Nähe von Schulhäusern und gar auf dem Schulweg ist vom Gesichtspunkt der gesunden Ernährung ein No-Go: Da werden die Kinder im Unterricht über gesunde Ernährung aufgeklärt und erleben dann auf ihrem Schulweg Fastfood-Beispiele. Wie widersprüchlich soll’s eigentlich noch gehen?

Unerwünschte Szenen

Ein McDonald’s nährt Befürchtungen, dass sich unerwünschte Szenen entwickeln (Alkohol, Auto-Posing, Drogen, Nachtruhestörung mit lauter Musik).

Littering

Heute schon wird Abfall oft achtlos auf den Boden geworfen. Essen und Getränke von McDonald’s werden in vielen einzelnen Tüten, Kartons und Bechern verpackt und den Kunden mitgegeben. Littering (hier wegen McDonald’s) scheint unvermeidlich, sei es, weil gewisse Kunden nach Konsumation ausserhalb McDonald’s den Abfall einfach fallen lassen oder ihn auf der Strasse aus dem Autofenster werfen. Durch den Wind wird der Abfall häufig weiter in die umliegenden Gärten und private Grundstücke verteilt (was bei Coop schon der Fall war). McDonald’s ist nur für den Abfall auf dem eigenen Gelände zuständig, der Rest muss dann von der Gemeinde, finanziert mit Steuergeldern, oder von uns Anwohnern gesammelt und entsorgt werden.

Luft

Hier geht es einerseits um den Gestank von Frittier-Öl und Fett, den man je nach Windrichtung auch in den umliegenden Quartieren riecht. Geruchsbeispiel ist auch hier der Burger King Lupfig – und das trotz guter Lüftungsanlagen. Andererseits tragen auch die laufenden Motoren fossil betriebener Fahrzeuge in der Warteschlange zur Verschlechterung der Luftqualität bei. Die Aussicht, Motoren bis spät abends in einem Wohnquartier zu hören und zu riechen, übersteigt eine «mässig störende Nutzung». Lärm

Durch ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell ausdrücklich auf möglichst viel Verkehr fusst – das Wort Drive in McDrive bringt es auf den Punkt –, entsteht unvermeidlich zusätzlicher Lärm. An- und Wegfahrten sowie Warten auf die Bestellungen bei laufenden Motoren belasten das Quartier zwangsweise mit Lärm. Weiter sind Lärmquellen bei der Sprechanlage, an der bestellt wird, sowie bei der Essensausgabe zu erwarten – notabene immer auch wieder spätabends. Davon betroffen dürften ebenso angrenzende Quartiere sein. Die heutige Situation an der Hauserstrasse und beim «Coop»-Kreisel nach 19 Uhr, also nach dem grossen Feierabendverkehr, ist meist eher ruhig. Mit dem geplanten McDonald’s und Drive-In mit Öffnungszeiten bis z.B. um 2 Uhr nachts (je nach Wochentag) wird die Lärmsituation stark verschlechtert. Tatsächlich erwartet McDonald’s über Mittag und abends ab 18 Uhr mehr Kundschaft.

Quartier- und Ortsentwicklung

An die Adresse der Gemeinde muss die Frage gehen, wie weit sie zugunsten der Wohnbevölkerung, des Quartier, der Schülerinnen, Schüler und Lehrerschaft für eine Quartierentwicklung einstehen will, die in eine nachhaltige Richtung geht. Wir erwarten bei Neubauten eine Strassen- und Quartierauf-wertung, die wir hier vermissen.

Fazit

Vergleicht man McDonald’s mit Drive-In mit einem üblichen Restaurant, zeigt sich, dass in einem üblichen Restaurant durch die niedrigere Gästefrequenz weniger Verkehr und Lärm entstehen. Der Grund ist offensichtlich: Die Gäste halten sich länger im Restaurant auf.

Die oben genannten Punkte zeigen auf, dass ein McDonald’s mit Drive-In an der geplanten Lage in Windisch für die Allgemeinheit keinen Mehrwert bietet. Er führt zu mehr Littering, verursacht massiv mehr Verkehr und Staus und macht dadurch Lärmschutz- und Sicherheitsmassnahmen zunichte. Er verursacht Geruchs- und Lärmemissionen bis spät in die Nacht und gefährdet durch den Mehrverkehr die Kinder auf ihrem Schulweg. Ruhigere Alternativen sind an diesem Standort deutlich besser geeignet als ein McDonald’s mit Drive-In.